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25.04.2011

MINT-Talkrunden in Stuttgart

Bereits zum fünften Mal fand im Stuttgarter Haus der Wirtschaft am Samstag und Sonntag, 26. und 27. März 2011, die Bildungsmesse horizon statt. Über 130 Aussteller, darunter Universitäten, Fachhochschulen und private Studieninstitutionen, präsentierten nahezu 9.700 Besuchern ihr vielseitiges Bildungsangebot. Einblicke in die spannenden Berufsfelder der MINT-Branchen sowie die zugehörigen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bekamen Schülerinnen, Schüler, Studierende, Eltern und Lehrkräfte von COACHING4FUTURE. Das Bildungsnetzwerk der Baden-Württemberg Stiftung bot am Stand 276 im List-Saal persönliche Beratungsgespräche an. Zu den Messe-Highlights gehörten zudem die beiden MINT-Talkrunden, welche von COACHING4FUTURE präsentiert wurden.

Die deutsche Wirtschaft sucht dringend Fachkräfte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – da waren sich die Teilnehmer der beiden Expertengespräche einig. COACHING4FUTURE-Mitarbeiter Orfeas Dintsis diskutierte mit Vertretern aus Unternehmen und Hochschulen sowie Studierenden über die Zukunftschancen in den MINT-Branchen. Auf Unternehmensseite stellten sich am Samstag, 26. März 2011,  Prof. Dr.-Ing. Rainer Würslin, Dekan der Fakultät Mechatronik und Elektrotechnik an der Hochschule Esslingen, und Thomas Wagner, Personalverantwortlicher bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG, den Fragen von Diplom-Biologe Orfeas Dintsis. Außerdem brachten Michael Schade, der im sechsten Semester Maschinenbau an der Dualen Hochschule Stuttgart studiert, Mareike Koch, Studierende der pharmazeutischen Biotechnologie im sechsten Semester an der Hochschule Biberach, sowie Margarita Riedel, Physikerin am Institut für Technische Optik der Universität Stuttgart, ihre persönlichen Erfahrungen mit ein. Am Sonntag, 27. März 2011, zählten Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Mönicke, Dekan der Fakultät Vermessung, Informatik und Mathematik an der Hochschule für Technik in Stuttgart, Sarah Sahlu, Lebensmittelchemikerin bei der UCB Pharma GmbH, Saskia Pfersich, Studentin der Elektrotechnik im sechsten Semester an der Dualen Hochschule Stuttgart, sowie Jonas Stave, Studierender der Energiesysteme im sechsten Semester an der Hochschule Biberach, zu den Gästen des Expertengesprächs.

Lebensmittelchemikerin Sarah Sahlu fand es bemerkenswert, wie die Beratungsangebote zur beruflichen Orientierung in den vergangenen Jahren ausgebaut wurden. Sie empfahl Jugendlichen, sich unbedingt frühzeitig um Praktika zu bemühen und so erste Erfahrungen in verschiedenen Bereichen zu sammeln. Wie wichtig die Entscheidungsfindung bei der Studienwahl ist, betonte auch Prof. Würslin. Seiner Erfahrung nach würde ein späterer Wechsel des Studiengangs von den Unternehmen negativ bewertet werden. Die Studienwahl sollte daher unbedingt von Anfang an die eigenen Interessen und Neigungen berücksichtigen. Auch Prof. Dr. Mönicke verkündete am Sonntag überzeugt: „Nur wenn etwas Spaß macht, kann man auch erfolgreich darin sein“. Ganz anderer Ansicht als Prof. Würslin war er jedoch beim Thema Studienabbruch. Seiner Meinung nach sollten betroffene Studenten auf jeden Fall den Mut haben, in einer anderen Richtung einen Neuanfang zu wagen. Dies bringe schließlich auch Entscheidungsfreudigkeit zum Ausdruck, was von den Unternehmen keineswegs als negative Eigenschaft angesehen werde. 

Konsens herrschte hingegen bei der Akzeptanz der noch neuen Abschlüsse Bachelor und Master. Laut Jonas Stave haben bereits über fünfzig Prozent der Studenten in seinem Semester ein Jobangebot bekommen. Die Nachfrage am Markt sei so groß, dass ein Masterstudium nicht zwingend nötig sei. Die Entwicklung der Frauenquote in den MINT-Disziplinen sei überwiegend positiv, auch wenn sie noch langsam voranginge. So freute sich die angehende Elektrotechnikerin Saskia Pfersich über einem Frauenanteil von rund dreißig Prozent in ihrem Semester, welcher jedoch deutlich über dem Durchschnitt liege. In anderen Semestern sei die Frauenquote leider deutlich geringer. Sarah Sahlu beklagte in diesem Zusammenhang einen Mangel an weiblichen Führungskräften. Ihrer Meinung nach werde die Luft nach oben immer dünner und ab einer gewissen Ebene sei für Frauen kaum noch ein Aufstieg möglich.
Und was kann vom Studium ins Berufsleben mitgenommen werden? Laut Prof. Dr.-Ing. Mönicke fangen die harten Prüfungen erst mit dem Abschluss an, denn ständiges Lernen und Weiterentwickeln gehören schließlich untrennbar zum Berufsalltag.


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