

"Das Wesen der Mathematik liegt in Ihrer Freiheit.", so beschrieb es der deutsche Mathematiker Georg Cantor. Zu Recht, denn die Mathematik analysiert genau die abstrakten Strukturen, die sie auch selbst erschaffen hat.
Wer eine Karriere im mathematischen Bereich anstrebt, sollte zweierlei in sich vereinen: den logischen Analytiker und den schöpferischen Querdenker. Diese beiden stehen für wertvolle Eigenschaften, die in diesem Fachgebiet keinen Widerspruch darstellen. Mathematiker lösen fachliche Probleme eben auf ihre ganz besondere Weise.
Konkrete Problemstellungen werden gedanklich umkreist und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Verschiedene Möglichkeiten der Problemlösung und ihre Konsequenzen werden durchdacht, bevor sie letztendlich an einem Punkt angepackt werden können: also ein logischer und zugleich kreativer Prozess. Dabei bleibt das Verstehen des Sachverhalts einer der wichtigsten Schritte.
Wer sich für einen Studiengang im mathematischen Bereich entscheidet, lernt grundsätzlich zwei Dinge: strukturiertes Arbeiten und logisches Denken. Wertvolle Fähigkeiten, die beispielsweise in der Versicherungsbranche für Kalkulationen und Berechnungsmodelle oder auch im Straßenbau oder der Medizin benötigt werden.
Wissen hoch 2: Mathematiker gelten als Denker und Praktiker in einem. Sie analysieren Probleme aller Art mit Hilfe von Numerik und Stochastik, übertragen sie in mathematische Modelle oder statistische Methoden und wenden sie auf Aufgabenstellungen aus der Industrie und Wirtschaft an. Beispiele kommen aus der Versicherungsbranche, wo Mathematiker mittels der Stochastik Risiken, Prämien und Tarife kalkulieren oder aus dem Bankgewerbe, für das sie Strategien zur optimalen Geldanlage entwickeln. Weitere Arbeitsbereiche liegen in der IT- und Pharmabranche (Forschungsauswertung), in der Markt- und Meinungsforschung, statistischen Ämtern oder im Finanzwesen. Berufliche Alternativen finden Mathematiker in Verlagen oder im Bereich Fachjournalismus.
Einblicke ins Studium
An Universitäten werden vorhandene Schulkenntnisse deutlich vertieft: Auf dem Plan stehen etwa Analysis, Lineare Algebra, Numerik oder Stochastik. Dazu kommen Module des jeweils gewählten Anwendungsgebietes Naturwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Medizin oder Technik sowie Module zu Methoden, Techniken und Grundzügen der Informatik. Die Grundlagenmodule an den Fachhochschulen sind in etwa gleich. Doch bereits am Anfang stehen hier auch Informatik, Programmieren und mathematische Software mit an vorderster Stelle. Spätere anwendungsbezogene Module setzen den Schwerpunkt in Wirtschafts- oder Industriemathematik. Entsprechende Praxisprojekte sind oft Pflicht.
Auch der Zufall hat Grenzen - und diese werden von Statistikern ermittelt: Sie sammeln und interpretieren empirische Daten und stellen sie anschaulich dar. Anhand dessen können Aussagen getroffen, also statistische Gesetze formuliert werden, die als Entscheidungshilfe dienen können. Das reicht von der Finanzmarktentwicklung, über Medikamentenstudien bis hin zur Veränderung von Gen-Codes. Besonders hilfreich sind statistische Methoden dort, wo unberechenbare Zufallskomponenten eine Rolle spielen. Statistiker finden Stellen in der Medizin-, Pharma- oder Markt- und Sozialforschung, bei Banken, Versicherungen, Forschungsinstituten und statistischen Ämtern.
Einblicke ins Studium
Das Studium umfasst Statistik, Mathematik, Informatik sowie Angebote zu relevanten Anwendungsgebieten. Weitere Module können aus den verschiedenen Fachbereichen Statistik, Mathematik und Informatik gewählt werden. In einigen Fällen wird Statistik auch als Schwerpunkt eines Mathematikstudiums angeboten. Projektstudien und Praktika in bestimmten Anwendungsbereichen sorgen für einen wichtigen Praxisbezug im Studium, der auch die berufliche Orientierung bereits stark mitbestimmt. Unter anderem gibt es Angebote in Versicherungsstatistik, Psychometrie, Sozialforschung, Meteorologie, Arzneimittelforschung oder Agrarwissenschaften.
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