

"Ohne Spekulation gäbe es keine neue Beobachtung.", so formulierte es Charles Darwin im 19. Jahrhundert. Trotz des rasanten wissenschaftlichen Fortschritts ist diese Beschreibung der Naturwissenschaft bis heute aktuell.
Ein bisschen Prophet, ein bisschen Philosoph und eine große Portion Experimentierfreude, so könnte das Rezept für einen erfolgreichen Naturwissenschaftler lauten. Denn seine Aufgabe ist es, die Gesetze der Natur vorherzusagen, logisch zu überprüfen und möglichst präzise erklärbar zu machen.
Am Anfang steht eine Hypothese - die Vorhersage oder Beschreibung eines Naturgesetzes. Sie ist es, die den Naturwissenschaftler beschäftigt. Und zwar so lange, bis er seine Hypothese erfolgreich experimentell erforscht hat, wenn nötig neu formuliert, geprüft, getestet und letztendlich Ihre Richtigkeit bestätigt hat.
Der Fachbereich erfordert folglich in jeder seiner verschiedenen Disziplinen viel Geduld, Forscherdrang und Intuition. Alles Eigenschaften, die man auf keiner Hochschule lernt. Diese sorgt dann aber für das weitere Werkzeug wie methodisch-analytisches Arbeiten, wissenschaftliches Experimentieren und interdisziplinäre Grundlagenforschung.
Die inneren Werte zählen - besonders für Biochemiker, denn sie erforschen Zellen von Lebewesen und alle dort stattfindenden chemischen und physikalisch-chemischen Prozesse wie etwa Stoffwechselvorgänge. Auf molekularer Ebene analysieren sie Strukturen, Eigenschaften und Funktionsweisen von Zellen - wichtige Erkenntnisse, die beispielsweise bei der Herstellung eines neuen Medikaments den Durchbruch bringen. Typische Arbeitsbereiche sind neben der chemisch-pharmazeutischen Industrie vorwiegend Forschungsinstitute sowie Lebensmittel-, Pflanzenschutz- und Reinigungsmittelhersteller. Alternativen bieten sich im Patentwesen, Umweltschutz und im Wissenschaftsjournalismus.
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Biochemie wird an den meisten Hochschulen als Schwerpunkt eines Biologie- oder Chemiestudiums angeboten. Wer sich gleich für den eigenständigen Studiengang entscheidet, lernt in den ersten Semestern naturwissenschaftliche Grundlagen wie Genetik, Bioinformatik, Chemie, Physik, Mathematik oder molekulare Biologie. Module zur Vertiefung bestehen aus biophysikalischer Chemie, Genetik sowie biochemischen Methoden. Besonders das praktische Arbeiten nimmt einen großen Teil ein: Labor- und Forschungspraktika sind Pflicht und finden wegen des großen Umfangs auch in der vorlesungsfreien Zeit statt.
Winzige Gene, ganze Ökosysteme - Biologen wollen stets alles verstehen, was lebt. Sie erforschen Strukturen und Entwicklungen von Menschen, Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen, deren Lebensräume, ihre Wechselwirkungen untereinander und mit ihrer Umwelt. Dieses Wissen wird dann praktisch umgesetzt, oft in den Laboren der Lebensmittelindustrie oder biotechnologischen, pharmazeutischen und chemischen Industrie. Sie arbeiten dort etwa an der Entwicklung neuer Impfstoffe und überwachen die Zulassungen. Weniger Laborarbeit versprechen Jobs als Pharmareferent, als Gutachter für Behören und Medien oder - mit entsprechender Spezialisierung - in zoologischen und botanischen Gärten.
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Das Studium beginnt mit flottem Tempo. Etwa die Hälfte Ihrer Zeit sind Biologen mit Exkursionen und Laborarbeit beschäftigt. Daneben muss eine biologische und eine naturwissenschaftliche Grundausbildung bewältigt werden. Das bedeutet eine Mischung aus Mathematik, Physik und Chemie sowie Modulen wie beispielsweise Neuro-, Mikro- und Entwicklungsbiologie, Morphologie, Zoologie oder Genetik. Die Schwerpunktbildung ist an den Hochschulen jeweils unterschiedlich. Die Angebote reichen von Bioinformatik, Molekularbiologie, Parasitologie oder Neurobiologie bis hin zu Umweltwissenschaften.
Sie blicken hinter die Kulissen - denn Chemiker sehen die Welt als eine Verbindung von Stoffen: Sie erforschen deren Aufbau und Eigenschaften, sie analysieren und verbessern Ausgangsstoffe, Herstellungsverfahren und erforschen, unter welchen Bedingungen chemische Reaktionen stattfinden. Ernährung, Energiegewinnung, Medizin, Umwelt: Chemiker erforschen zentrale Themen der Zukunft. Sie sind vorwiegend in der chemischen und pharmazeutischen Industrie beschäftigt, in Umwelt- oder Gesundheitsämtern und in der Kriminalistik (Spurensicherung) sowie Archäologie zur Altersbestimmung von Funden. Lebensmittelchemiker arbeiten außerdem in der Nahrungsmittelindustrie und Behörden (Trinkwasser- oder Lebensmittelkontrolle).
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Bereits zu Beginn des Studiums nimmt die Laborarbeit viel Raum ein. Daneben werden die klassischen Disziplinen organische, anorganische und physikalische Chemie, Mathematik, Physik und Analytik behandelt. Mögliche Wahlmodule sind Nanochemie, Photonik oder Toxikologie. Schwerpunktbildung ist in Bereichen wie theoretische und makromolekulare Chemie, Umwelt- oder Wasserchemie, Radiochemie oder Materialforschung wählbar. Im Studiengang Lebensmittelchemie werden außerdem biologische und mikrobiologische Methoden sowie lebensmittelrechtliche Aspekte vermittelt.
Sie schwingen Taschenrechner statt Kochlöffel: Ernährungswissenschaftler sind Naturwissenschaftler mit medizinischem, wirtschafts-, kultur- und sozialwissenschaftlichem Hintergrund. Sie kennen die physiologischen, ökonomischen und technologischen Grundlagen richtiger, vollwertiger Ernährung. Diese wertvollen Kenntnisse sind in Zeiten zunehmender ernährungsbedingter Erkrankungen sehr gefragt: In Kantinen, Kliniken und Kureinrichtungen, in Lebensmittelindustrie und -handel, in der Beratung und natürlich auch in der Medizin- und der Pharma-Forschung. Alternative Jobs gibt es beispielsweise als Biokontrolleur in Öko-Kontrollstellen, in der Entwicklungshilfe oder als Insider im Marketing oder Journalismus, etwa im Bereich öffentlicher Aufklärung.
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Für angehende Naturwissenschaftler sind Grundlagen Pflichtprogramm an den Universitäten: Also unter anderem Mathematik, Chemie und Physik. Als Vertiefung stehen dann Module wie Lebensmittelrecht, -kontrolle und -toxikologie, Human- und Ernährungsbiologie oder Ernährungsmedizin zur Auswahl. Daneben kann man sich bereits in Bereichen wie Wirtschaft oder Produktionsmanagement spezialisieren. Fachhochschulen vermitteln die gleichen Grundlagen, oft wird jedoch vor dem Studienstart ein Vorpraktikum verlangt. Außerdem stehen auch Module in Psychologie oder Wirtschaft und Gesellschaft zur Auswahl und eine Profilbildung in den Bereichen Dienstleistung und Versorgung, Gesundheit, Verbraucherschutz und mehr ist meist möglich.
Der Boden der Tatsachen - hier liegt das Arbeitsgebiet von Geografen. Für sie steht die Erdoberfläche und ihre Beschaffenheit im Mittelpunkt, sowie ihre Nutzung unter dem Aspekt der gegenseitigen Einflüsse von Mensch, Raum und Umwelt. Sie analysieren und dokumentieren beispielsweise Auswirkungen von Eingriffen in das Gesamtsystem und die Bedeutung für Menschen und Kulturen. Damit bewegt sich die Geografie an der Grenze zwischen Natur- und Sozialwissenschaft. Geografen arbeiten bei Stadtplanungsämtern, Forschungsanstalten oder Architekturbüros. Auch Umweltschutz- und Entwicklungshilfeorganisationen, sowie Fachverlage und die Bundeswehr, z.B. für deren Geoinformationsdienst, kommen als Arbeitgeber in Frage.
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Angehende Geografen sind von Anfang an oft auf Achse: Geländekurse, Exkursionen und Praktika, auch im Labor, gehören zum Studienalltag unbedingt dazu. Außerdem stehen fachliche, arbeitsmethodische und sozialwissenschaftliche Grundlagen auf dem Lehrplan wie etwa Siedlungsgeografie, Soziologie, Bodenkunde, Klimatologie oder Geoinformatik. Vertiefungsangebote sind je nach Hochschule verschieden und entweder eher naturwissenschaftlich orientiert wie Regionalanalyse oder physische Geografie oder näher am Bereich der Sozialwissenschaften wie Humangeografie.
Die Erde dreht sich, und alles dreht sich um sie - besonders in den Geowissenschaften: Sie erforschen Aufbau, Entstehung und Entwicklung des sichtbaren Teils der Erde, der Erdkruste. Im Fokus stehen auch die ökologischen und klimatischen Folgen von Rohstoffgewinnung, Grundwasser- und Bodennutzung. Häufig spezialisieren sich Geowissenschaftler auf ein Fachgebiet wie Geoökologie, Geotechnik, Meteorologie oder Mineralogie.
Je nach Fachbereich arbeiten Geowissenschaftler in Ingenieurbüros, im Consulting oder Umweltbereich zur Gutachtenerstellung, bei Bauunternehmen zur Planung von Bauvorhaben, bei Unternehmen der Rohstoffsuche und -gewinnung sowie in der Forschung.
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Zu Beginn müssen geowissenschaftliche, physikalische, biologische, chemische und mathematische Grundlagen gelernt werden - dazu gehören etwa Geoinformatik, -chemie und -physik, Sedimentologie oder Tektonik und Erdgeschichte. Je nach Studiengang folgt dann die unterschiedliche Schwerpunktbildung. In den Geowissenschaften kommen Module wie Astrophysik oder Lagerstättenforschung dazu. Während sich die Geoökologie auf Mineralogie, Hydrologie oder Bodenkunde konzentriert. Geotechnik setzt auf anwendungsorientierte Inhalte wie Bohrtechnik und Probenentnahme.
Zahlreiche Exkursionen und Geländeübungen sorgen für Abwechslung im Studienalltag.
Probieren und studieren: Physiker lernen oft durch Experimente alles über die Natur. Sie erforschen Naturgesetze und formulieren sie im mathematischen Modell. Dabei benutzen sie Hightech-Geräte, die sie selbst für Untersuchungen und Experimente konstruieren. Ihre Erkenntnisse setzen sie in konkrete Anwendungen um - etwa in die Verbesserung von Produkten und Funktionen. Das heißt: sie machen uns die Natur nutzbar, beispielsweise für modernste Medizin- und Diagnosetechnik oder zum Schutz der Umwelt. Überall, wo physikalische Ergebnisse in technische Entwicklungen einfließen, arbeiten Physiker und Physikingenieure: in Medizin- und Energietechnik, im Maschinen- und Gerätebau, in der Halbleiterindustrie, bei Patentämtern oder Forschungsinstituten. Wer sich im Studium auf Astronomie spezialisiert, findet Jobs in Planetarien oder Sternwarten.
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An der Universität nehmen anfangs vor allem Mathematik, Experimentalphysik und Theoretische Physik viel Zeit in Anspruch. Dazu kommen hochschulspezifische Vertiefungsgebiete sowie experimentelle/theoretische Arbeitsmethoden. Schwerpunkte liegen meist im Bereich Astronomie, Nano-, Laser-, Kern- oder Biophysik. Projektstudien und experimentelle Übungen sorgen für ausreichend Praxisbezug. Fachhochschulen bieten zu Beginn den gleichen Lehrplan - mit höherem Physikanteil. Dazu werden fachspezifische Module wie Thermodynamik, Elektronik oder Informatik und anwendungsbezogene Vertiefungsmodule wie Lasertechnologie, Spektroskopie oder Vakuumtechnik angeboten. Zahlreiche Laborpraktika ergänzen die Theorie.
Ein echt "grüner Job" - für Umweltschutzingenieure stehen Mensch und Umwelt im Mittelpunkt. Ihr Ziel ist es, dass wir und unsere Natur möglichst wenig durch Schadstoffe, Lärm oder Rückstände belastet werden. Von Messungen zu Schadstoffdiagnosen, von Messprogrammen bis zur Abfallvermeidung und -entsorgung, von der Entwicklung umweltfreundlicher Produkte und Verfahren bis zur Kontrolle gesetzlicher Regelungen: bei ihrer täglichen Arbeit schlagen sie eine Brücke zwischen Umwelt und Technik. Die "grünen Ingenieure" arbeiten überall dort, wo es um Entsorgung, Umweltanalyse und -technik geht. Doch auch in der Politik oder Öffentlichkeitsarbeit sind ihr Rat und Urteil gefragt.
Einblicke ins Studium
Das Universitätsstudium lässt sich grob in eine ingenieurwissenschaftlich-technische Ausrichtung und naturwissenschaftlich-analytische Ausrichtung gliedern. Danach richten sich die Angebote: Die Bandbreite reicht von Fächern wie Wasserreinhaltung, Entsorgung und Maschinenbau bis hin zu Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. An den Fachhochschulen ist dieses Studium einheitlicher gestaltet. Auf dem Lehrplan stehen Fächer der angewandten Naturwissenschaft und Technik wie Umweltanalytik, umweltgerechte Energietechnik oder technische Thermodynamik und ergänzend Umweltrecht.
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